Mit großer Trauer nimmt die Oldenburger Züchterschaft Abschied von Ingrid Wiegmann, die im Alter von nur 72 Jahren verstorben ist.
Untrennbar verbunden bleibt ihr Name mit dem bundesweiten Fohlennotdienst „Ammenstuten Deutschland“, den sie mit unermüdlichem Einsatz aufgebaut und über viele Jahre getragen hat. Von ihrem Wohnort Barmstedt in Schleswig-Holstein aus war sie über zwei Jahrzehnte hinweg rund um die Uhr für die Züchter erreichbar, um Stuten und verwaiste Fohlen zusammenzubringen – an sieben Tagen in der Woche, in ganz Deutschland.
Viele von uns verbinden mit ihrem Namen nicht nur ihr außergewöhnliches Engagement, sondern auch ganz persönliche Erinnerungen. In Momenten größter Sorge und oft auch Verzweiflung war sie da – ruhig, zugewandt, lösungsorientiert. Für unzählige Züchterinnen und Züchter war sie weit mehr als eine Ansprechpartnerin: Sie war Hoffnungsträgerin.
Starb eine Stute bei oder nach der Geburt, war sie mit ihrer einzigartigen Erfahrung zur Stelle – zuverlässig, kompetent und jederzeit erreichbar. Ihr Rat wurde über alle Zuchtverbände hinweg geschätzt.
Mit ihrem außergewöhnlichen Engagement hat sie Hunderten Fohlen das Leben gerettet und ebenso vielen Züchtern in schweren Stunden beigestanden. Für ihre herausragende ehrenamtliche Arbeit wurde sie im Jahr 2024 mit dem wehorse Courage Award ausgezeichnet – eine Ehrung, die ihr Engagement nur ansatzweise widerspiegeln kann.
Mit Ingrid Wiegmann verliert die Pferdezucht eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Wirken weit über das Fachliche hinausging. Ihr Einsatz, ihre Hilfsbereitschaft und ihre Menschlichkeit werden unvergessen bleiben.
In Ingrid Wiegmanns Sinne wird versucht, ihr Lebenswerk weiterzuführen. Züchterinnen und Züchter mit einem Waisenfohlen oder einer Ammenstute dürfen sich weiterhin unter ihrer Telefonnummer 01735151395 (oder 01729071738) melden.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen, Freunden und allen, die ihr nahestanden.
Foto: Clara Briefs
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