Die Oldenburger Pferdezucht feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren gründete sich der Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes durch den Zusammenschluss der beiden Oldenburger Zuchtverbände von 1897 – Oldenburg Nord und Oldenburg Süd. In ihrem Vortrag „Das Oldenburger Pferd – Geschichte einer berühmten Pferdezucht“ werden Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff und Dr. Heiko Meinardus am Mittwoch, 27. November 2024 im Deutschen Pferdemuseum in Verden ihr Jubiläumsbuch vorstellen und einen Einblick in die wechselvolle und ruhmreiche Geschichte des Oldenburger Pferdes geben.

Die züchterischen Grundlagen des Oldenburger Pferdes wurden bereits vor fünf Jahrhunderten gelegt. Schon im 16. Jahrhundert wurden im Großherzogtum Oldenburg Pferde gezüchtet, die weit über die Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf besaßen. 1819 griff der Staat mit dem ersten Körgesetz zur Förderung der Landespferdezucht erstmals direkt in die bäuerliche Pferdezucht ein. Vor 100 Jahren dann war das Pferd mit dem gekrönten O auf dem Hinterschenkel das wohl begehrteste Wagen- und Wirtschaftspferd der Welt. Diese Vormachtstellung ging erst verloren, als das schwere Warmblut nach dem Krieg seinen Platz in Handel und Landwirtschaft zugunsten leistungsfähigerer Maschinen nach und nach räumen musste.

Am Vortragsabend wird Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff, langjähriger Zuchtleiter und heutiger Präsident des Oldenburger Verbandes, auf die Meilensteine und Eckpfeiler in der Geschichte der Oldenburger Pferdezucht eingehen und auch aufzeigen, wie sich das Oldenburger Pferd dank seiner erbsicheren Stutenstämme und der züchterischen Passion der Oldenburger Pferdeleute in den letzten Jahrzehnten eine Spitzenposition innerhalb der europäischen Pferdezuchten zurückeroberte.

Einen kleinen Einblick in das umfassende Jubiläumsbuch erhalten die Gäste des Abends von Autor Dr. Heiko Meinardus, der einige Passagen vorlesen wird. Der einstige Verbandspräsident und langjährige Züchtervertreter in der Delegiertenversammlung war bis Ende 2022 als Chefredakteur des Oldenburger Züchtermagazins „Pferdeforum“, später „Oldenburger International“, tätig.

Das Jubiläumsbuch beschreibt neben der Entwicklungsgeschichte des Verbandes auch die Bedeutung der praktischen Zuchtarbeit mit Fohlenschauen, Stutenprämierungen und Hengstkörungen, den Einzug der künstlichen Besamung und anderer moderner Zuchtmethoden, den Aufstieg des Auktionsplatzes Vechta und den Einfluss des Oldenburger Pferdes auf europäische Nachbarzuchten. Zudem stellt es besonders einflussreiche Hengste und erfolgreiche Stutenstämme sowie herausragende Persönlichkeiten und Zuchthöfe vor.

Die Veranstaltung im Deutschen Pferdemuseum beginnt am 27. November um 19.30 Uhr. Einlass ist ab 18 Uhr. Karten sind an der Abendkasse für 8,- Euro pro Person erhältlich (Museumeintritt inklusive). Mitglieder des Deutschen Pferdemuseums und PMs der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis von 6,- Euro pro Person. Ab sofort besteht die Möglichkeit, sich für den Vortrag unter Tel.: 04231-807140 einen Sitzplatz zu reservieren.