Nach den großen Erfolgen des Oldenburger Dressur-Symposiums in Bad Homburg und in Spaniens Hauptstadt Madrid veranstaltete der Oldenburger Pferdezuchtverband ein Dressur-Symposium auf Gut Ising am Chiemsee. Das Event erreichte viele glückliche Teilnehmer. Thema der Veranstaltung war „Das Dressurpferd von morgen – welche Talente sind gefragt?“.
Eröffnet wurde das Dressur-Symposium von Jürgen Uthoff. Seit Jahren ist Uthoff als Richter der Reitpferdeprüfungen auf den DKB-Bundeschampionaten tätig. Sein Thema: „Was muss ein zukünftiger Spitzensportler mitbringen? – Das Nachwuchsdressurpferd aus der Sicht des Richters“. Anhand von Video-Studien erklärte Uthoff seine Betrachtungsweise von verschiedenen Ritten. Der erfahrene Richter schärfte den Blick des Publikums für Details der Pferdebeurteilung.
Erfolgsreiter, Meistertrainer und Oldenburger Körkommissar Jürgen Koschel schloss an mit seinem Thema: „Der Blick des Oldenburger Körkommissars auf das künftige Dressurpferd mit besonderem Talent – was verlangt der anspruchsvolle Dressursport?“. Im Hinblick auf die Körung stellte Koschel das System der Sattelkörung als unabdingbar heraus, um in Zukunft zielgerichtet und erfolgreich selektieren zu können. „Wenn ich ein Pferd auswähle, dann muss der Funke überspringen. Neben drei sehr guten Grundgangarten, besonders einem exzellenten Galopp, und einem korrekten Exterieur muss das Pferd vor allem einen besonderen Charakter mitbringen und leistungsbereit sein. Um die vielen schwierigen Lektionen zu erlernen, brauchen wir ein intelligentes Pferd, das mitarbeiten will und eine positive Einstellung zum Sport mitbringt“, beschrieb Koschel das perfekte Dressurpferd. Und merkte kritisch an, dass er glaube, dass die Bewegungsgüte und Bewegungsstärke allmählich den Zenit erreiche und die meisten Reiter diese Bewegungen nicht mehr händeln können und die Zucht heute weiter sei, als die Reiterei. In seinem Vortrag legte Jürgen Koschel den Züchtern ans Herz auf gut durchgezüchtete Mutterstämme zu setzen, da diese im Zuchtprozess eine entscheidende Rolle spielen. „Der beste Hengst könne die Mängel von schwachen Stuten nicht verbessern“, lautete die Einschätzung von Jürgen Koschel.
Im Anschluss gaben die U25-Weltranglistenerste und Grand Prix-Reiterin Diana Porsche, Salzburg, und Grand Prix-Reiterin Charlotte Rummenigge, München, einen Einblick in ihre tägliche Arbeit und berichteten aus ihrem Alltag als Nachwuchs-Grand Prix Reiterinnen. „Di Sandro ist ein ganz besonderes Pferd für mich. Er hat eine hohe Leistungsbereitschaft und Rittigkeit und ist sehr brav im Handling“, schwärmt die Österreicherin Diana Porsche. Und auch Charlotte Rummenigges Nummer eins im Stall ist ein Oldenburger: „Ich habe mich sofort in Fidel verliebt und wusste, dass ist er“, berichtet sie von der ersten Begegnung mit ihrem Fidelio B. Für ihre hervorragenden Leistungen mit ihren Oldenburger Spitzenpferden erhielten Diana Porsches Di Sandro v. De Niro und Charlotte Rummenigges Fidelio B v. Fürst Heinrich während des Dressur-Symposiums das Signe OLD für ihre hervorragenden Leistungen im internationalen Grand Prix Sport verliehen. Geehrt wurden die Nachwuchsreiterinnen von Wilhelm Strohm, Präsident des Vereins zur Förderung des Oldenburger Pferdesports e.V. (OLD) dem die Förderung junger Talente sehr am Herzen liegt.
Im praktischen Teil beurteilte Jürgen Uthoff gemeinsam mit Jürgen Koschel die Auftritte von Oldenburgern – vom vierjährigen Youngster bis hin zum Grand Prix-erfolgreichen Dressurpferd. Mit von der Partie waren Dressurpferde der Familie Limbecker vom Gut Adelsried: Amarula v. Daily Deal unter Daniela Waxenberger und Frauenschwarm v. Fidertanz unter Nikolas Eichelsbacher. Auch Fürstenspiegel v. Fürstenball OLD, einer der Preisspitzen der diesjährigen Frühjahr Elite-Auktion, begeisterte unter seiner neuen Reiterin Carla Kickum vor großem Publikum. Prinzessin Valerie von Hohenzollern-Brenskes Arlette v. Ampère überzeugte unter Lisa Mayer. „Das Pferd ist ein absoluter Sympathieträger mit einem aktiven Bewegungsablauf und großer Bergauftendenz und hervorragendem Schritt“, merkte Jürgen Uthoff während der Vorstellung von Arlette an. Grand Prix-Reiter Hendrik Lochthowe demonstrierte mit Brigadegeneral v. Bretton Woods sowie der Grand Prix-erfolgreichen Milou v. Future I perfekte Vorführungen in voller Harmonie und Leichtigkeit. Milou brillierte bereits auf dem Brillantring in Rastede ebenso wie Multichampionesse Weihegold OLD, die die Veranstaltung in einem Trailer einleitete.
Thomas Rhinow, Leiter des Auktionsbüros in Vechta, bedankte sich nach dem Schlussbild bei allen Referenten, Reitern, Pferdebesitzern, Teilnehmern und Gästen für ein hervorragendes Event auf Gut Ising. Einen großen Dank sprach er der Mitorganisatorin Prinzessin Valerie von Hohenzollern-Brenske aus für die tolle Unterstützung mit hervorragenden Oldenburgern aus ihrem bayerischen Dressurstall.
Foto: v.l. Grand Prix-Reiterin Charlotte Rummenigge, Springpferdevermarkter Fabian Kühl, Oldenburger Körkommissar Jürgen Koschel, Dressurpferdevermarkter Daniel Pophanken, Grand Prix-Reiter Hendrik Lochthowe auf Milou v. Future I, Thomas Rhinow, Leiter des Auktionsbüros in Vechta, Richter Jürgen Uthoff und Moderator Julius Krawczyk. Auf dem Foto fehlt Grand Prix-Reiterin Diana Porsche. (Reumann)
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