Petra Funke aus Varel Dangst feierte am 2. August ihren 65. Geburtstag. Aus der Zucht dieser passionierten Dressur- und Springpferdezüchterin stammen zahlreiche erfolgreiche Sportpferde, darunter die S-Springstute Zallina v. Landsieger I. Zallina war zunächst unter Heiko Schmid und später unter Christian Temme im Parcours zu bewundern. Mittlerweile glänzt sie auch züchterisch mit Vechtaer Auktionspferden und weiteren Nachkommen, die in S-Springen erfolgreich sind.
Friedrich Kuhlmann aus Neuenkirchen wurde am 19. August 70 Jahre alt. Sein bekanntestes Zuchtprodukt ist der Nationenpreisgewinner des CHIO Aachen 2024, Denoix PCH v. Destano, geritten von Katharina Hemmer. Neben Denoix brachte die Zucht von Friedrich Kuhlmann noch weitere erfolgreiche Dressurpferde hervor wie beispielsweise die Reservesiegerin Ronja Räubertochter OLD, Drittplatzierte beim Bundeschampionat 2020 und Siegfried K, der Silber bei den fünfjährigen Dressurpferden beim Oldenburger Landesturnier 2024 gewann.
Michael Heimes aus Wuppertal vollendete am 22. August sein 70. Lebensjahr. Mehrere S-erfolgreiche Pferde in Dressur und Springen stammen aus seiner Zucht, darunter die Grand Prix-erfolgreiche Elite-Stute Allez Rihanna Forever v. Rock Forever I.
Franz Kampers aus Lohne wurde am 27. August 80 Jahre alt. Bekannt wurde er vor allem durch den in S-Dressur-siegreichen Invictus v. Asgrad’s Ibiza, der 2019 auf dem Oldenburger Körplatz entdeckt und später über den Hengstmarkt verkauft wurde.
Inge Lamken aus Wiefelstede feiert am 30. August ihren 80. Geburtstag. Gemeinsam mit ihrem Ehemann baute sie sich behutsam den Blumen-Stamm auf. Zahlreiche Pferde aus ihrer Zucht feiern Erfolge in der mittelschweren Klasse. Die aus ihrer Zucht stammende Brianna brachte den in den USA gezogenen Quinlan CF v. Quaterback, der bis Intermediaire I im Viereck zu bewundern ist.
Helga Treusch aus Einhausen vollendet am 30. August ihr 75. Lebensjahr. Mit den Erfolgspferden Stakkato Grande v. Stakkato Gold, siegreich bis S-Springen, und Rock For Deutschland v. Rock Forever I, erfolgreich in S-Dressuren, feierte sie bedeutende Erfolge. Außerdem stellte Helga Treusch mehrere Pferde für die Vechtaer Auktion.
Heinz Prüllage aus Molbergen wird am 31. August 70 Jahre alt. Aus seiner Zucht sind zahlreiche Oldenburger im schweren Sport wie z.B. Quattro's Win for me v. Quattro B. Und auch für die Vechtaer Auktion stellte er hochpreisige Elite-Springfohlen.
Herzlichen Glückwunsch!
Trauer um…..
Am 31. Juli verstarb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren der langjährige Körkommissar Gerd Folkers. Ein Mann, dessen Leben von der Oldenburger Pferdezucht geprägt war und der sie maßgeblich geprägt hat.
Herzensgut, ehrlich, authentisch, bodenständig, liberal und ausgewogen: Attribute, die immer wieder von Weggefährten genannt werden, wenn sie an Gerd Folkers zurückdenken. Der Wangerländer bekam von seinem Vater Fritz, der ebenfalls Körkommissar war, den Pferdevirus buchstäblich in die Wiege gelegt. Dabei stand für Gerd Folkers neben dem Zuchtfortschritt stets das Pferd als Ganzes im Vordergrund und so beeinflusste der als „Mister Achterbeen“ bekannte Landwirt maßgeblich den Erfolg der Oldenburger Pferdezucht auf seinem Weg zum modernen Sportpferd. Gerd Folkers war keiner, der Pferde aufgrund von Schwächen beurteilte, sondern ließ bei besonderer Qualität auch kleinere Schwächen zu und brachte vor allem das Positive an ihnen zum Strahlen.
Der Züchter des Grand Prix-erfolgreichen Royal Dream von Royal Doruto ließ sich gerne auf fachliche Diskussionen oder philosophische Gespräche ein und galt schlussendlich als Meister der Kompromisse, der andere Ansichten nicht verurteilte, auch wenn er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt.
Als eingefleischter Oldenburger schaute Gerd Folkers aber auch immer wieder gerne über den Tellerrand hinaus, pflegte gute Kontakte zu anderen Zuchtverbänden und sah dort vor allem das Positive. Wie kaum ein anderer kannte der Milchbauer alte Stutenstämme, alteingesessene Züchter sowie deren Erfolge. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man in Begleitung von Gerd – europaweit "bekannt wie ein bunter Hund" – auch weit außerhalb des Oldenburger Kernzuchtgebiets auf Pferdesport- und zuchtveranstaltungen nicht vorwärts kam, weil er immer wieder gerne in Unterhaltungen mit Pferdefreunden verfiel. Schließlich war es doch eines seiner größten Anliegen, den ehrlichen züchterischen Austausch zu fördern und sein nahezu grenzenloses Wissen über die Pferde zu vermitteln, was nicht nur Zuchtinteressierten und Zuchtrichteranwärtern, sondern auch jungen Züchtern zugute kam. Besonders seine drei „Madels" aus dem Jeverland, die allesamt für seinen Heimat- und Herzensverein, den Reitclub Friederikensiel ritten, förderte er und brachte ihnen bei, wie ein gutes Pferd aussieht. Zudem war der Pferdekenner viele Jahre beim Deutschen Stuten- und Fohlenchampionat in Lienen als Richter aktiv und erhielt aufgrund seines großen Engagements von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) die Gustav-Rau-Medaille.
Dank seines Know-hows und seiner Kontakte zog Gerd Folkers immer wieder im Hintergrund züchterische Fäden und versorgte so im Jeverland viele Züchter mit guten Stuten, sorgte gleichzeitig dafür, gute Stutfohlen regional zu sichern und Hengstanwärter in richtige Hände zu vermitteln.
Auch wenn der Naturfreund in seiner friesischen Heimat unweit der Nordseeküste ohne Internet und Computer lebte, war er dennoch am Puls der Zeit und selbst ohne eigenes Handy extrem gut vernetzt. Nicht selten riefen Menschen, die in Not geraten waren, bei Gerd an, der als Rettungsanker mit seinen Tipps und Kontakten aushelfen konnte. Um allerdings keine Übertragung einer Hengstvorführung zu verpassen, fuhr der rüstige Rentner, der in der Regel im Doppelpack mit seinem Bruder Volkhard unterwegs war, zu seinen „Madels" nebst Familien und diskutierte bei einer Tasse Tee und einem Stück Kuchen fein über künftige Anpaarungen und die präsentierten Hengste, während er alle anwesenden mit markigen Sprüchen und seinem trockenen Humor immer wieder zum Lachen brachte.
Als geselliger Mensch pflegte Gerd Folkers seine Freundschaften und Kontakte bei Stammtischen, Kränzchen und Kartenspielrunden, ehe er abends vor dem Fernseher gerne politische Talkshows anschaute, um über die große Politik informiert zu sein.
In seinen jungen Jahren war Gerd Folkers auch selbst im Sattel erfolgreich und ritt sowohl in der Dressur als auch in der Vielseitigkeit. Später fuhr er leidenschaftlich gerne Kutsche und verbrachte seine Urlaube mit Ehefrau Uschi und seinen Ponys sowie Freunden aus (Ost)Friesland in der Lüneburger Heide. Der stolze Großvater zweier sportlicher Enkel, der mit seiner Schiebermütze oder seinem Strohhut unverkennbar war, war beim Sonnenuntergang häufig am Zaun einer seiner Marschweiden anzufinden. Gedankenversunken betrachtete er die Junghengste und erkannte als Visionär und Pferdekenner bereits, welcher der nächste Siegerhengst werden würde.
Mit seinem Tod hat sich ein großes Kapitel Pferdegeschichte und Oldenburger Pferdezucht aus Nordergarms geschlossen.
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