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Im Blick XI: Wachstum im Lockdown

Die Corona-Pandemie in 2020 hat negativen Prognosen Nahrung geliefert. Die Aussichten zu Beginn des Jahres waren düster. Am Ende des Jahres ist der Rückblick positiv zu bewerten. Das Ergebnis: Der Oldenburger Pferdezuchtverband wächst weiter.

Der Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes (OL) und der Springpferdezuchtverband Oldenburg-International (OS) sind nach wie vor auf Wachstumskurs. Etwa vor einem Jahr um diese Zeit, als der Spuk begann, hätte dies keiner für möglich gehalten, der zur Abordnung des Verbandes unter der Führung unseres Präsidenten Wilhelm Weerda zu Beginn der Corona-Krise die Mitgliederversammlungen in Süddeutschland besuchte. Die Lage spitzte sich zu und die anstehenden Oldenburger Veranstaltungen mussten abgesagt werden.
Zuvor hatte das Auktionstraining im Oldenburger Pferde Zentrum Vechta für die 92. Elite-Auktion bereits begonnen. Unser Ziel: Den Oldenburger Züchtern und Ausstellern muss ebenso wie den bereits vor Ort betreuten potentiellen Kunden und Interessenten eine Enttäuschung oder gar ein finanzieller Verlust weitgehend erspart bleiben.
Unter hohen Zeitdruck wurde ein Novum geschaffen: Digital haben unsere Kunden bequem, sicher und einfach ihren auserwählten Oldenburger ersteigert. Dafür wurde das Serviceangebot auf die Online-Bedürfnisse zugeschnitten und erweitert. Mit einem vollkommen neuen Werbekonzept für das Internet und motivierten Mitarbeitern, die Tag und Nacht den Support verbesserten, wurde die Umsetzung möglich und zur Freude aller mit einem guten Ergebnis belohnt.
Einen großen Verdienst an diesem Erfolg haben sich vor allem die Aussteller der Pferde erworben, die dabei geblieben sind. Sie sind es, die unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen unserem Auktionsteam ihre Eliten anvertraut haben. Dieser große Vertrauensbeweis verdient allergrößten Respekt. Für alle Mitstreiter ist rückblickend über das gesamte Jahr 2020 der schönste Dank, dass unsere Aussteller ihr Portemonnaie unerwartet gut gefüllt bekommen haben und unsere Kunden ihre strahlenden Neuerwerbungen im Sattel genießen dürfen.
Schnelle Entscheidungen und deren zielstrebige Umsetzung digitalisierten entscheidende Teile des Auktionsgeschäftes, möglicherweise dauerhaft.
Mitnehmen daraus dürfen wir für die Zukunft: die scharf selektierte Elite-Qualität der Oldenburger Dressur- und Springpferde und großes Vertrauen der Kunden in die exzellente Beratung und den einmaligen Service des Auktionsteams setzt sich, unterstützt von modernem Marketing, selbst unter widrigen Bedingungen durch. Solch ein Ergebnis poliert das glänzende Image der Oldenburger Pferdezucht und ihrer Züchter. Und das ist ein unermesslicher Gewinn.
Weitere Herausforderungen der zweifellos zunehmenden Digitalisierung werden uns künftig auf Trab halten. Ob im OL & OS-Account mit den neuen digitalen Vererbungsprofilen, die jetzt gratis sind, oder bei der Qualitätssicherung rund um die Auktionen, wir müssen hier besser werden.

Stabiles Fundament
Der Oldenburger Pferdezuchtverband funktioniert. Die Zusammenarbeit von Züchtern, Verband, Auktion und Sport ist erfolgreich. Unter dem Oldenburger Dach wächst die Zahl der Mitglieder, eingetragenen Stuten und Fohlen. Die Oldenburger Pferde-Vermarktungs GmbH kann ein sehr solides Geschäftsjahr vorweisen. Die Erfolge bei den Oldenburger Auktionen haben in 2020 wieder deutlich gezeigt, dass die Kundschaft aus Nah und Fern Vechtas Qualität zu schätzen weiß. Die nicht selten nur digital per Foto und vor allem Video bekannten Oldenburger fanden weltweit Fans, so dass die Exportzahlen ebenfalls stabil blieben.
Die wichtigste Grundlage für diesen Erfolg sind die Oldenburger Züchter, die ihre Stuten und deren Ahnentafeln hegen und pflegen. Dies spiegelte sich in den Sporterfolgen der Oldenburger weltweit wider.

Mitglieder
Der Fanclub Oldenburgs hat die Neuntausend-Mitglieder-Hürde genommen. Dem Oldenburger Pferdezuchtverband haben sich 9106 Züchter angeschlossen (Grafik 1: Mitgliederentwicklung). 240 Mitglieder mehr als im Vorjahr, die für die Oldenburger Zucht gewonnen werden konnten, ein Plus von rund drei Prozent. OL und OS befinden sich bei den Neuzüchtern weiterhin auf Wachstumskurs. Die OL-Mitgliederzahl ist auf 6.289, um 19 Mitglieder gewachsen. OS legte hingegen deutlich zu: 2.817 Mitglieder züchten Springpferde, 221 mehr als im Vorjahr – ein Zuwachs von acht Prozent.
Innerhalb der Züchterschaft des Oldenburger Pferdezuchtverbandes findet ungebremst nach wie vor ein bemerkenswerter Wandel statt. Um ein Wachstum von rund 240 Mitgliedern zu realisieren, mussten im vergangenen Jahr rund 500 neue Mitglieder gewonnen werden.
Das Wachstum des Oldenburger Pferdezuchtverbandes verteilt sich breit auf fast alle Bundesländer und die Europäische Union. Die Wachstumsregion Nr. 1 liegt wie in den Vorjahren direkt vor den Toren unseres Verbandssitzes, dem Oldenburger Pferde Zentrum Vechta: Niedersachsen.
Bei Niedersachsen denken viele schnell an den landwirtschaftlichen Züchter mit viel züchterischem Background. Aber auch hier ebenso wie in anderen deutschen Landen verschwindet diese Züchtergruppe. Im vergangenen Jahr hat allein in Niedersachen ein Fünftel der landwirtschaftlichen Betriebe sein Hoftor geschlossen. Deutschlandweit setzt sich dieser Trend ungebrochen fort.

Stuten
Die Zahl der Stuten im Oldenburger Pferdezuchtverband ist gewachsen. Im vergangenen Zuchtjahr waren insgesamt 11.544 Stuten registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 260 Stuten mehr, dies entspricht einem Zuwachs von rund zweieinhalb Prozent (Grafik 2: Stuten-Eintragungen). Vom Gesamtbestand sind 6.995 OL-Stuten. Bei OS stieg die Zahl der aktiven Stuten um 268 auf 4.549. Dies entspricht einem ganz beachtlichen Plus von rund sechs Prozent.

Fohlen
Der größte Reitpferdezuchtverband Deutschlands ist der Oldenburger Pferdezuchtverband, gemessen an der Zahl der registrierten Fohlen. Keine andere internationale Organisation hat mehr als 7.000 Fohlen eingetragen.
Bei den registrierten Fohlen hat Oldenburg einen Aufwärtstrend zu verzeichnen. International wurden vom Oldenburger Pferdezuchtverband insgesamt 7.093 Fohlen registriert (Grafik 3: Fohlen-Registrierungen). Kein anderer Reitpferdezuchtverband konnte in die Phalanx von über 7.000 Fohlen vorstoßen. Dies entspricht einer Steigerung von 71 Fohlen im Vergleich zum Vorjahr. In 2020 registrierte OL 3.967 Fohlen, 117 weniger als im Vorjahr. Ein Indiz für diese Entwicklung könnte die Fruchtbarkeit sein, die für jeden Züchter ein wichtiger Baustein des Erfolgs ist und mehr Beachtung verdient.
OS registrierte 185 Fohlen mehr als im Vorjahr und kommt somit auf 3.126 Fohlen, realisiert ein Plus von rund sechs Prozent.

Auktionen
2020 kann die Oldenburger Pferde-Vermarktungs GmbH als ein erfolgreiches Geschäftsjahr abschließen. Vorwiegend die Auktionen realisierten einen Umsatz von rund 10,0 Millionen Euro (Grafik 4: Umsatzentwicklung). Insgesamt wurden rund 300 Oldenburger in Vechta zugeschlagen. Bei den Elite-Fohlen und -Reitpferden mit höheren Erlösen.
Erstmalig in der Auktionsgeschichte begegnen sich die Ergebnisse der Elite-Auktionen im Frühjahr und Herbst und der Spezialauktionen – Oldenburger Special Edition – auf Augenhöhe.
Es wurden 122 Reitpferde auf den vier Auktionen zugeschlagen, vier mehr als im Vorjahr und der Durchschnittspreis ist um rund 1.000 Euro auf 40.036 Euro gestiegen.
Bei den Oldenburger Hengst-Tagen wurden 19 gekörte Hengste zugeschlagen, davon acht Repräsentanten von OL und elf von OS. Somit war das Angebot um neun gekörte Hengste kleiner als im Vorjahr. Das Preismittel pendelte sich im OL-Lot bei rund 85.000 Euro ein und bei OS wurden 65.000 Euro erreicht. Im Vorjahr wurden durchschnittlich rund 129.000 bzw. 86.000 Euro erzielt.
Der Auktionsfohlenjahrgang 2020 kann mit seinem Spitzen-Ergebnis zweifelsfrei an seine grandiosen Vorgängerjahrgänge anschließen. 161 Fohlen wurden für durchschnittlich rund 15.300 Euro in Vechta zugeschlagen.
Alle Elite-Fohlenkollektionen wurden online präsentiert und versteigert. Zusätzliche Sondervorführungen waren nützlich, weil sie vor allem Neukunden, die angereist waren, in der Entscheidungsfindung nachhaltig positiv beeinflusst haben.
Insgesamt hat der Elite-Fohlenjahrgang 2020 ein vorbildliches Resultat erzielt, dass hat die Marktlage auch vor Ort im Züchterstall positiv beeinflusst. Diese wertvollen Signale sollten die Mitglieder in unserer starken Gemeinschaft im Blick behalten. Nur wenn wir gemeinsam dem Konzentrationsprozess auf dem Markt begegnen, hat jeder Individualist eine Chance, Spitzenpferde für Zucht und Sport zu züchten.

Fazit
Die Sensation ist die Normalität der realisierten Zahlen. Zwar ist die Wachstumskurve etwas flacher als im Vorjahr. Doch viele neue Züchterställe, lebendig und aufstrebend, Online-Auktionen und das Engagement russischer Kunden mit Privatverkäufen legten zu und federten den prognostizierten Umsatzeinbruch gänzlich ab. Der Oldenburger Pferdezuchtverband konnte sich im gesamten Jahr 2020 als der Krise gewachsen präsentieren.
Oldenburgs Züchter genießen ein herausragendes Image auf der internationalen Bühne des Reitsports. Sie leben eine liberale, sportorientierte und moderne Zuchtpolitik, die stets mit Offenheit wertvolle Neuerungen erkennt und umsetzt.


Bitte finden Sie hier den Geschäftsbericht mit den Grafiken.

Foto: Erfolgsstory: Titelmotiv des Fachmagazins Züchterforum vom Matthaes Medien wurde nach der ersten Oldenburger Online Elite-Auktion im Frühjahr 2020 Movie Star v. Morricone I unter David Taylor. Die Preisspitze des Frühjahrs, die nach Großbritannien zugeschlagen wurde. (Burdun/Adobe Stock/gr. Feldhaus)

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