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Digitalisierung nutzen, Kontakte pflegen – Das 8. Liebenberger Pferdeforum

Die Corona-Pandemie hat allerorts die Digitalisierung vorangetrieben. Auch das 8. Liebenberger Pferdeforum wurde als Live-Stream umgesetzt, und hat das Online-Business zum Thema gemacht. Digitalisierung hat zum Umdenken angeregt und Strukturen verändert, davon berichteten die Referenten. Aber auch in diesem Punkt waren sich alle einig: Der persönliche Kontakt mit Mensch und Pferd ist unverzichtbar!

Das 8. Liebenberger Pferdeforum traf sich – anders als in den Jahren zuvor im Frühjahr – am letzten Freitag im Oktober. Sowohl die Terminverschiebung war coronabedingt, also auch die Entscheidung, die Veranstaltung nicht wie sonst in Präsenz mit hunderten Gästen zu zelebrieren, sondern sicherheitshalber im Stream umzusetzen. So konnten Zuschauer aus aller Welt den Vorträgen der Referenten sowie der anschließenden Fragerunde folgen. Das Thema: „Zukunft und Perspektiven in Pferdesport und -zucht: Schneller, höher, weiter – digital“. Der Einladung durch die Veranstalter die Deutsche Kreditbank AG, das Fachmagazin Züchterforum sowie der Oldenburger Pferdezuchtverband folgte unter anderem Frank Rost, einst Bundesligastar, inzwischen Sportmanager und leidenschaftlicher Pferdezüchter und Hengsthalter. Außerdem sprach Lotte Schockemöhle von Schockemöhle Sports über die spannende Entwicklungsgeschichte ihres Unternehmens unter dem Titel „Online Marketing: Verkaufen mit dem Klick.“ Der dritte im Bunde war Dr. Kilian Jay von Seldeneck, einer der führenden Auktionatoren in der globalen Kunstszene. Durch den Abend führten die Chefredakteurin des Magazins Reiter Revue International Sarah Schnieder und der Geschäftsführer des Oldenburger Verbandes Heiner Kanowski.

Den Auftakt machte Ex-Bundesligastar und Pferdeliebhaber Frank Rost. In seinem Vortrag mahnte Rost dazu, „in neuen Dingen keine Bedrohung, sondern eine Chance zu sehen und dennoch nicht jedem Trend hinterzurennen und den Mainstream zu hinterfragen.“ Das gelte in vielen Bereichen des Lebens und treffe sowohl für die Pferdezucht, als auch für die Ausbildung von Sportpferden zu. Gerade in der Schnelllebigkeit des digitalen Zeitalters und der Verbreitungsgeschwindigkeit von zum Beispiel ungefiltertem Videomaterial sehe er durchaus die Gefahr, dass sich die Momentaufnahme dominanter verbreite, als die Wertigkeit eines Ausbildungsweges beispielsweise eines Hengstes. Er mahnte aber auch: „Um das Kulturgut Pferd zu erhalten, brauchen wir den Nachwuchs und damit der Pferdesport attraktiv bleibt für junge Leute, brauchen wir attraktive Wettbewerbe. Die Wertigkeit der leistungsorientierten Reitturniere hat sehr gelitten“, so Rost. Der Pferdefan sieht hier in digitalen Techniken vor allem in der Transparenz der Bewertung eine Chance, ähnlich wie der Videobeweis im Fußball.

Insbesondere Online-Shops zählen zu den Gewinnern der Corona-Krise, das bestätigt Lotte Schockemöhle. Doch das Thema Digitalisierung ist für sie bei weitem kein Neuland. „Wir setzen schon lange auf Online-Marketing, Social Media und Influencer-Marketing und das wird auch in Zukunft so bleiben. Vielleicht werden sich Kanäle verändern, neue dazu kommen“, so die sympathische Niederländerin, aber ein zurück werde es da nicht geben. So war es auch eine logische Konsequenz, zum Beispiel den Sortiment-Katalog nicht mehr als Printprodukt anzubieten. Dennoch sagt sie: „Die Begegnung im Geschäft ist unheimlich wichtig. Ich kann mir keinesfalls vorstellen, dass eine Sattelprobe online möglich sein wird. Viele Kunden möchten auch nach wie vor Dinge anprobieren oder anfassen, bevor sie sie kaufen“, ist Schockemöhles Erfahrung, auch wenn inzwischen viele Beratungsgespräche durch Influencer in Erklärvideos ergänzt werden, dennoch löse das den persönlichen Kontakt nicht ab. Es braucht neue Plattformen, z.B. besondere exklusive Events.

Ein ganz klares „Ja“ zu Präsenzveranstaltung gab es von Dr. Kilian Jay von Seldeneck, Starauktionator im Kunstsektor, in dem Online-Auktionen seit Jahrzehnten gängig sind. Sicher eröffne das neue Märkte und größere Zielgruppen, aber die Atmosphäre bei Auktionen sowie die Interaktion zwischen dem Auktionator und den Bietenden sei online oder auch am Telefon kaum herzustellen. Die Missgunst im Saal während der Versteigerung spiele ebenso eine essentielle Rolle. „Wenn ich den Bietern gegenüberstehe, dann sehe ich unter Umständen, ob die Augen glänzen, also ob da vielleicht noch ein höheres Gebot drin ist, oder ob tatsächlich schon die Grenze erreicht ist“, so der Vollblut-Auktionator und ist auch überzeugt davon, dass Live-Auktionen bleiben werden.

Und Live soll es zukünftig auch mit dem Liebenberger Pferdeforum weitergehen, und zwar im Frühjahr 2023. Weitere Informationen finden Sie hier.

Fotos: Steinbach/Züchterforum

v.l.: Dr. Kilian Jay von Seldeneck, Frank Rost, Lotte Schockemöhle, Sarah Schnieder, Dr. Britta Czasch und Heiner Kanowski.
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