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Liebenberger Pferdeforum: „Chancen erkennen und nutzen“

Beim 3. Liebenberger Pferdeforum, veranstaltet von der Deutschen Kreditbank AG (DKB), dem Oldenburger Pferdezuchtverband und den Persönlichen Mitgliedern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), gab es informative und intensiv diskutierte Vorträge über die Zukunft und die Perspektiven in Pferdezucht und -sport unter dem Leitthema „Vermarktung um jeden Preis?“.

Mit 250 interessierten Zuhörern war das 3. Liebenberger Pferdeforum auf Schloss und Gut Liebenberg nördlich von Berlin bis auf den letzten Platz besetzt. Die Moderatoren Christoph Hess (FN) und Heiner Kanowski (Oldenburger Pferdezuchtverband) präsentierten zum Einstieg einen kurzen Rückblick unter dem Motto „Die Macher von Liebenberg“. Erstes Musterbeispiel war der Vortrag beim 1. Liebenberger Pferdeforum von Thomas Casper, Gestütsleiter auf dem Birkhof in Baden-Württemberg, der mehr Basisarbeit forderte. Er wurde kurz darauf Mitbegründer der Initiative „Pferde für unsere Kinder“, die beispielhafte Werbung für unsere Pferde in Kindergärten und Schulen leistet. Die RTL-Moderatorin Clara Briefs konnte sich durch das 2. Liebenberger Pferdeforum im vergangenen Jahr „... ein Tor zur Pferdewelt öffnen. In diesem Jahr bin ich mit meinem Konzept PME-TV, einem internetbasierten Pferdefernsehen nach Liebenberg zurückgekommen. Zudem ist eine Vortragsveranstaltung in Kooperation mit der FN ins Leben gerufen worden.“

Spannende Vorträge für den Blick in die Zukunft der Zucht und des Sports bereicherten das 3. Liebenberger Pferdeforum rund um die Frage „Vermarktung um jeden Preis?“.

Gemeinsam mit seinem Sohn Christopher Boening, der bei der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Klimke und Kollegen arbeitet, referierte der bekannte Pferdeexperte und Veterinär Dr. Karl-Josef Boening über die zeitgemäße Ankaufsuntersuchung sowie die rechtlichen Grundlagen für Käufer, Verkäufer und Tierärzte beim Pferdekauf. Die Forderung der Referenten ist ein neuer Röntgenleitfaden sowie die Deklaration spezieller Fachtierärzte für Ankaufsuntersuchungen.

Anschließend präsentierte Neel-Heinrich Schoof vom Trakehner Verband die Fortschritte und Chancen, die der Embryotransfer bietet. Der junge Zuchtexperte mahnt, den Fortschritt zu nutzen, den Züchter in anderen Ländern schon über Jahre erfolgreich nutzen. Weiterhin präsentierte er Vermarktungsmöglichkeiten und Perspektiven für Embryotransfer. Als Paradebeispiel in Deutschland nannte Schoof die Spitzendressurstute Weihegold OLD von Isabell Werth, die bereits elf Nachkommen via Embryotransfer hervorgebracht hat.

Dr. Mario von Depka Prondzinski, Direktor des Werlhof-Instituts, Hengsthalter und Sportpferdezüchter, referierte zum dem Thema „Genomische Selektion wird den Markt revolutionieren“. Dabei zeigte er die Möglichkeiten auf, die die moderne Biotechnologie den Züchtern bietet, um zuverlässig Auskunft über die Vererbung von Stuten und Hengsten zu erhalten und somit den Zuchtfortschritt voran zu treiben. Auch er erinnerte, dass Deutschlands Züchter aufpassen müssen, den Anschluss zu halten. „Wir haben die Daten – es kommt darauf an, was wir daraus machen“, motivierte er die Züchter, sich dieser Methode zu öffnen.

Spitzenrhetoriker Dr. Gerhard Bosselmann, Inhaber der Landbäckerei Bosselmann und selbst passionierter Reiter, zeigte humorvoll die Parallelen zwischen einem Unternehmer im Lebensmittelhandel und dem Pferdezüchter auf. „Wir müssen Liebe, Freude und Emotionen verkaufen und nicht das Pferd oder das Brötchen. Jeder Züchter muss sich an der Marktsituation orientieren und sich fragen: Wer kauft mein Pferd, und wie erreiche ich diese Kunden? Das Gros der Käufer möchte ein Pferd, mit dem er glücklich und zufrieden ist, Spaß hat und sich sicher fühlen kann.“

Dr. Thorsten Weiland, Leiter Publikumsmedien des Landwirtschaftsverlags Münster, präsentierte im Anschluss das Öffentlichkeitsbild der Landwirtschaft. Er zeigte, dass Landlust & Landfrust immer wieder zu ungelösten Kontroversen führen und vielfältige Marktchancen bieten.

Die „Jungen Wilden“ aus dem Springsport Andreas Kreuzer und David Will diskutierten über Vermarktung, Sport und Zucht. Die beiden neuen DKB-Teamathleten waren sich einig, dass neben guten Grundqualitäten vor allem der Reiter sein Pferd forme. In der Diskussion kamen sie zu dem Resümee, dass durchschnittliche Pferde mit guter Ausbildung ein interessantes Marktsegment bedienen können.

Im Schloss Liebenberg wurde bis in den späten Abend diskutiert und neue Kontakte in der Pferdebranche wurden geknüpft. Hochkarätige Gestütsleiter, Landstallmeister, Unternehmer, Züchter, Verbandsvorstände, Sponsoren und Reiter waren dabei. Dies allein dürfte ebenso wie die Empfehlungen und Ideen der Referenten und Diskussionsrunden den Markt der Pferdebranche beleben.   


Foto: Schloss & Gut Liebenberg. (Schreiner)

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